Strommarktdesign- Frau Karliczek_2

Gunnar Gühlstorf, Ralf Sörgel, Anja Karliczek, Martin Schnitzler (von links). Foto: Sarah Varel

Debatte zum Strommarktdesign

„Das energiepolitische Dreieck aus Klimaschutz, Wirtschaftlichkeit und Versorgungssicherheit ist aus dem Gleichgewicht geraten. Das hat die Folge, dass immer mehr hocheffiziente Kraftwerke vor Ablauf der technischen Lebensdauer nicht mehr wirtschaftlich betrieben werden können.“ erläuterte Martin Schnitzler, Geschäftsführer der Stadtwerke Lengerich (SWL) beim Fachgespräch mit der CDU-Bundestagsabgeordneten Anja Karliczek. Insbesondere Stadtwerke hätten in den vergangenen Jahren durch Investitionen in hocheffiziente Erzeugungsanlagen einen hohen Beitrag zur klimafreundlichen Energieerzeugung geleistet, so Schnitzler. Unter den aktuellen energiewirtschaftlichen Rahmenbedingungen stehe allerdings langfristig die Versorgungssicherheit in Frage, befürchte er. Deutschland stehe im europäischen und weltweiten Vergleich mit an der Spitze der Staaten, die sehr wenige Stromausfälle zu verzeichnen hätten. „So wie eine Feuerwehr jederzeit einsatzbereit sein muss, auch wenn es nicht brennt, müssen auch Energieversorger jederzeit Spitzenlasten abdecken können.“ erklärte der Stadtwerke-Chef. Das bedeute, dass nach dem Wegfall der Kernkraftwerke in den nächsten Jahren jetzt die Weichen gestellt werden müssten, um regionale Stromengpässe zu vermeiden. Die durch das EEG subventionierten Erneuerbaren Energien stünden auf dem Strommarkt deutlich besser da, als Anbieter, die den Strom in Gas- oder Kohlekraftwerken produzierten, führte Schnitzler weiter aus.

„Die verstärkte energiepolitische Zusammenarbeit in Europa ist wichtig. Nur gemeinsam kann eine sichere und bezahlbare Energieversorgung in Deutschland sichergestellt werden. Das ist für die Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft in unserer Region elementar.“ erklärte Anja Karliczek. Ziel der Bundesregierung sei es, den europäischen Binnenmarkt zu stärken und die Diversifizierung der Energiequellen weiter voranzutreiben. „Die Ausgestaltung der nationalen Strommärkte müssen stärker europäisch koordiniert werden. Der Wettbewerb darf nicht eingeschränkt werden und Marktmechanismen müssen wieder greifen. Nur so kann effizient Versorgungssicherheit gewährleistet werden.“ ist die CDU-Bundestagsabgeordnete überzeugt. Gerade vor dem Hintergrund der Diskussionen zu Kapazitätsmärkten sei eine europäische Koordinierung dringend erforderlich. Die EU-Kommission sei mit dem Plan, die Fördersysteme der erneuerbaren Energien stärker zu koordinieren und wettbewerblicher zu gestalten, auf dem richtigen Weg, so Anja Karliczek.