ZfK-Kurzinterview mit Martin Schnitzler

Interview ZfK: Zwei + eine Frage an Martin Schnitzler, Geschäftsführer Stadtwerke Lengerich GmbH

 Herr Schnitzler, Sie blicken auf ein Vierteljahrhundert an der Stadtwerke-Spitze zurück. Was war Ihr größter Erfolg?

Als ich 1995 bei den SWL angefangen habe, hatten die SWL ca. 25 Mitarbeiter und es fehlte an einer klaren Positionierung der SWL. Heute sind die SWL der Infrastrukturdienstleister in der Region und ein Unternehmen mit 170 gut ausgebildeten Mitarbeitern. Das ist der eigentliche Erfolg. Dass die SWL 170 Mitarbeitern und deren Familien darüber hinaus auch einen zukunftssicheren Arbeitsplatz bieten, war mir immer besonders wichtig und macht mich auch ein wenig stolz.

Sie möchten 2020 unter anderem noch den Breitband-Ausbau in den NRW-Gesellschafter-Kommunen zu Ende bringen. Wie wichtig wird Glasfaser als Stadtwerke-Geschäftsfeld?

Das Glasfasernetz ist ein wesentliches Element für die Wettbewerbsfähigkeit unserer Volkswirtschaft und unserer Region. Es ist damit weit mehr als nur ein Geschäftsfeld. Will man darüber hinaus den Klimaschutz in Deutschland erfolgreich weiterführen, ist das Glasfasernetz die Voraussetzung dafür. Die Sektorenkopplung von Strom, Gas und Wärme zwischen dem Spannungsfeld Kunde, Netz und Erzeugung kann nur mit einer intelligenten, IT-gesteuerten Infrastruktur funktionieren. Das Glasfasernetz ist die Basis dafür.

Welchen Rat möchten Sie an die jetzt antretende Stadtwerke-Chefgeneration hierzulande weitergeben?

Fördern Sie das Entrepreneurship im Unternehmen. Sehen Sie sich nicht allein als Unternehmer, sondern befähigen Sie Ihre Mitarbeiter aller Ebenen, wie ein Unternehmer zu denken und zu handeln. Der Mitarbeiter ist der Garant für den Erfolg. Greifen Sie auf diese zentrale Ressource zurück und nutzen Sie den dadurch gewonnenen Freiraum, um das Unternehmen ständig weiterzuentwickeln. Und bleiben Sie positiv neugierig und tauschen Sie sich ständig aus.

Privat stehe ich gerne für einen Austausch mit dem Land, den Kreisen oder Städten zur Verfügung – schließlich habe ich jahrzehntelange Erfahrung im Arbeitsfeld zwischen Wirtschaft und Verwaltung.

 

Die Fragen stellte Georg Eble