Strommarktdesign_Herr Grunendahl

Ralf Sörgel, Martin Schnitzler, Wilfried Grunendahl, Gunnar Gühlstorf (von links). Foto: Sarah Varel

Dialog zum zukünftigen Strommarktdesign

Wilfried Grunendahl, Mitglied des Landtages NRW (CDU) informiert sich über die aktuellen Entwicklungen zur Weiterentwicklung des Strommarktes und die Auswirkungen für die SWL.
Nach den Ausführungen von Martin Schnitzler, Geschäftsführer der SWL sehen sich Stadtwerke bei der Gestaltung der Energiewende vor Ort aktuell großen Herausforderungen gegenüber. Das energiepolitische Dreieck aus Klimaschutz, Wirtschaftlichkeit und Versorgungssicherheit ist aus dem Gleichgewicht geraten, mit der Folge, dass immer mehr Kraftwerke vor Ablauf der technischen Lebensdauer zur Stilllegung angemeldet und selbst hocheffiziente Kraftwerke nicht mehr wirtschaftlich betrieben werden können. Insbesondere Stadtwerke haben in den vergangenen Jahren einen hohen Beitrag zur klimafreundlichen Energieerzeugung durch Investitionen in hocheffiziente Erzeugungsanlagen geleistet.
Unter den aktuellen energiewirtschaftlichen Rahmenbedingungen steht langfristig die Versorgungssicherheit in Frage. Um dieses hohe Gut nicht zu gefährden, braucht es einen Markt, in dem nicht nur der produzierte Strom, sondern auch das Vorhalten gesicherter Leistung einen Wert erhält. Ein parallel zum heutigen Energy-Only-Markt eingeführter Leistungsmarkt, der für die Versorgungs-sicherheit vorgehaltene Leistung einen Preis gibt, bietet hierfür einen geeigneten Ansatz, ist Wilfried Grunendahl überzeugt.
Auch in Zukunft werden hochmoderne und flexible, konventionelle Kraftwerke wie das Gaskraftwerk Hamm, an dem die SWL beteiligt sind, als Back-Up zu den erneuerbaren Energien benötigt, um auch zu dunklen und windstillen Tageszeiten den Strombedarf decken zu können. Das aktuelle Strommarktdesign führt jedoch dazu, dass diese Kraftwerke nicht mehr wirtschaftlich betrieben werden können und Investitionen in neue Kraftwerke ausbleiben. Durch das altersbedingte Abschalten konventioneller Kraftwerke und spätestens mit dem endgültigen Atomausstieg 2022 werden jedoch neue konventionelle Kraftwerke gebraucht, um die entstehende Kapazitätslücke zu decken und auch zukünftig eine sichere Stromversorgung zu gewährleisten.
Die SWL setzen sich daher für eine Neugestaltung des Strommarktes ein. Ziel ist es, das hohe Niveau der Versorgungssicherheit auch weiterhin zu gewährleisten, ohne dabei den Klimaschutz oder die Verbraucherinteressen zu vernachlässigen. Dies kann aus Sicht der SWL nur über einen Kapazitätsmarkt in der Form eines dezentralen Leistungsmarktes gelingen.